Vorsicht Abzocke!

So schützen Sie Ihr Unternehmen vor Internetbetrügern

Achtung Abzocke!

Wer kennt das nicht: Man kommt morgens zur Arbeit und hat erstmal einen Haufen Emails, die sich leicht als Spam erkennen lassen... Leider sind die Versuche an Ihr Geld und an Ihre Daten zu kommen (oder Sie in illegale Unternehmungen mit reinzuziehen) nicht immer so plump und leicht erkennbar.

Im Laufe der letzten Jahren haben sich ein paar "Klassiker" herauskristallisiert, die immer wieder vorkommen und die wir Ihnen hier einmal beschreiben wollen. Wir werden diese Berichte Stück für Stück ausbauen - reinschauen lohnt sich also.

Sollten Sie Fragen zu den unten aufgeführten Fällen haben oder selbst einen Fall beisteuern wollen, dann schicken Sie einfach eine Email an info@kamalu.de. Wir freuen uns über sämtliches Feedback.




Abzocke mit www-Adressen

Bei diesem Fall werden Sie meist telefonisch kontaktiert. Man nennt Ihnen einen Firmennamen und versucht den Eindruck zu erwecken, dass man es mit einer Art zentraler Vergabestelle für Domains, also Internetadressen wie www.kamalu.de zu tun hat.
Also nächstes heißt es dann, dass nun ein Interessent bei eben dieser Firma Domains angefragt hat, die Ihrer sehr ähnlich sind - in unserem Fall z.B. Adressen wie kamalu.eu, kamalu.tv, kamalu.com.
Als Besitzer der .de-Adresse hätten Sie ein Vorkaufsrecht und Sie müssten sich sehr schnell entscheiden, damit der andere Interessent nicht diese ganzen schönen Internetadressen bekommt und sich dann womöglich noch als Ihr Unternehmen ausgibt.
Meist wird versucht Ihnen richtig Druck zu machen - die Anrufe erfolgen dann meist im Minutentakt - Man bräuchte jetzt endlich Ihre Antwort oder die Adressen sind weg.

An dieser Stelle sollte man erst mal durchatmen und der Person am anderen Ende der Leitung deutlich sagen, dass man kein Interesse hat.
Zur Erklärung: Eine Internetadresse/Domain zu reservieren kostet heutzutage nur ein paar Euros im Jahr - diese Leute "verdienen" Ihr Geld mit der eben beschriebenen Drohkulisse indem Sie Ihnen so Domains zu völlig überteuerten Preisen aufschwatzen.
Davon abgesehen, das ich noch nie erlebt habe, dass anschließend tatsächlich eine der anderen Adresse genutzt wurde, macht es auch keinen Sinn, seine Internetadresse mit allen möglichen Endungen zu reservieren. Bauen Sie lieber Ihre bestehende Website gut auf/aus - das bringt allemal mehr.
Und falls Sie doch neue Domains bestellen wollen wären da die normalen und günstigen Anbieter wie Alfahosting, Strato, 1&1, Telekom usw. Ok, die Preise schwanken von Anbieter zu Anbieter - sind aber allemal viel günstiger als im oben beschriebenen Beispiel.




Branchenbucheintrag kontrollieren

Vielleicht kennen Sie die Situation schon: Aus Ihrem Fax kommt eine ziemlich offiziell aussehende Mitteilung vom Branchenbuch (oder Verzeichnis), das Sie wie jedes Jahr einmal Ihre Daten überprüfen und das Fax dann mit Änderungen und Ergänzungen zurück faxen sollen. Meist ist das Blatt noch mit "Eilt", "unbedingt vor dem xx. zurücksenden wegen Redaktionsschluss" und "kostenlos" verziert.
Außerdem werden Ihnen beim Überfliegen Ihrer Daten bestimmt Fehler auffallen: Da fehlt eine Telefonnummer oder die Hausnummer stimmt nicht.

Und das ist Absicht und soll dazu führen, dass Sie schnell korrigieren und zurück faxen...

Wenn man sich davon nicht beeindrucken lässt und erst mal das Kleingedruckte liest wird schnell klar, dass mit dem unterschriebenen Rückfax ein teures Abo für ein völlig unbekanntes Internetbranchenverzeichnis zum gesalzenen Preis bestellt. Natürlich mit Jahresbindung und automatischer Verlängerung. Zum Teil sind die betreffenden Internetseiten noch nicht einmal online.

Lesen Sie also immer alles Kleingedruckte und schauen Sie sich die betreffenden Seiten im Internet an. Es macht auch keinen Sinn in einem noch so schönen Branchenbuch (wenn es mal eines gibt) drin zu stehen, dass keiner nutzt.




Branchenbucheintrag verlängern

Am Telefon meldet sich ein Mitarbeiter vom Branchenbuch XY und erklärt Ihnen, dass Sie ja jetzt 1 Jahr lang kostenlos in seinem Branchenverzeichnis eingetragen waren, dadurch gut bei Google gefunden wurden und viele neue Kunden bekommen haben. Allerdings sei das kostenlose Probejahr jetzt um und Sie müssten sich entscheiden, ob dieser wertvolle Eintrag gelöscht werden soll oder ob Sie ein weiteres Jahr zum Preis von X buchen...

Das Ganze wird dann noch unterlegt mit Worten wie "Wollen Sie denn nicht mehr bei Google gefunden werden?" oder "Das sind dann aber eine Menge Besucher, die Ihnen wegfallen würden".

Auch hier sollte man sich nicht unter Druck setzen lassen: Zunächst einmal gibt es für jede Branche nur ein paar Branchenverzeichnisse, bei denen ein Eintrag einen merklichen Einfluss auf Ihre Website hat.
Die Verzeichnisse müssen ja bei Ihren Kunden bekannt sein und auch genutzt werden. Sie sollten sich also notieren wo Sie sich eingetragen haben und auswählen welcher kostenpflichtige Eintrag Ihnen auch wirklich etwas bringt.
Der oben beschriebene Fall ist deswegen Abzocke, weil es eigentlich nie seriöse Branchenverzeichnisse wie zum Beispiel wlw.de (Wer liefert Was?) oder meineStadt.de sind, sondern meist frisch erstellte Verzeichnisse, die Ihren Eintrag erst vor wenigen Tagen selbst erstellt haben (indem Sie Ihre Daten von Ihrer Internetseite oder aus einem anderen Branchenbuch kopiert haben) und Ihnen dazu noch einen völlig überteuerten Preis vorsetzen.

Hier gilt es ruhig zu bleiben und sich die betreffenden Seiten genau anzusehen. Ist Ihnen das Verzeichnis bekannt? Und ist Ihnen eine Inserierung dort tatsächlich die geforderte Summe wert?

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Letzte Aktualisierung dieser Website: 10.04.2012, 10:40 Uhr